Eine neue WG zerbricht fast nie am Putzplan. Sie zerbricht an Geld, das niemand aufgeschrieben hat: die Internetrechnung, die eine Person stillschweigend weiterzahlt, das 600-€-Sofa, das jemand „für die Wohnung” gekauft hat, der Einkauf „für alle” dreimal die Woche. Der Spätsommer ist Hochsaison für Einzüge, und die erste Woche, solange die Kartons noch im Flur stehen und der gute Wille am größten ist, ist genau der Moment, in dem sich das Geldsystem entscheidet. Ob ihr es bewusst entscheidet oder aus Versehen.

Hier steht, was ihr am ersten Tag klären solltet, welches System wirklich funktioniert, und wie ihr die zwei Fragen löst, vor denen jede WG irgendwann steht: die Möbel, und die Person, die auszieht.

Was solltet ihr klären, bevor die erste Rechnung kommt?

Vier Entscheidungen, laut ausgesprochen und aufgeschrieben: was als gemeinsame Ausgabe zählt, wo ihr Ausgaben festhaltet, auf wessen Namen jeder Vertrag läuft, und wann abgerechnet wird.

  • Die Grenze des „Gemeinsamen”. Miete und Nebenkosten sind offensichtlich. Klopapier, Olivenöl, Schwämme und Glühbirnen sind es nicht, und genau dort beginnen die meisten Streits. Zieht die Grenze ausdrücklich, statt sie an der Kasse zu entdecken.
  • Ein einziges System. Nicht drei. Ein Zettel am Kühlschrank plus eine Tabelle plus das Gedächtnis einer Person, so werden aus 15 € Schulden Groll. Wählt einen Ort, an dem jede gemeinsame Ausgabe landet, und nutzt nur den.
  • Namen auf den Verträgen. Internet, Strom und Gas laufen jeweils auf eine Person, die damit jeden Monat Geld vorstreckt. Das bleibt nur fair, wenn die Rückzahlung automatisch passiert statt verhandelt zu werden.
  • Ein Abrechnungsrhythmus. Einmal im Monat, an einem festen Datum, gehen alle zurück auf null. Ein Saldo, der monatelang mitläuft, ist keine Buchhaltung mehr, sondern ein Kredit, dem niemand zugestimmt hat.

Dieses Gespräch dauert fünfzehn Minuten am Küchentisch. Die Alternative ist nicht Freiheit, sondern eine langsame Ansammlung kleiner, unausgesprochener Schulden.

Welche Ausgaben sind gemeinsam, welche persönlich?

Die festen Wohnkosten sind immer gemeinsam; Verbrauchsartikel nur, wenn ihr es ausdrücklich so beschließt; alles andere ist standardmäßig persönlich.

  • Die Miete wird einmal aufgeteilt, am Einzugstag, und nicht zwingend zu gleichen Teilen: ein 9-m²-Zimmer und ein 16-m²-Zimmer mit Balkon sind nicht dasselbe Produkt. Legt die Anteile vor dem ersten Monat fest, nicht danach.
  • Nebenkosten und Internet werden meist gleich geteilt, niemand stoppt, wer länger duscht.
  • Haushaltsbasics (Putzmittel, Papier, Salz, Öl) sind kleine Beträge mit dem schlechtesten Streit-pro-Euro-Verhältnis der Wohnung. Packt sie komplett ins gemeinsame System, damit niemand privat mitzählt.
  • Der Einkauf ist die eigentliche Weggabelung: ein gemeinsamer Kühlschrank oder getrennte Fächer. Beides funktioniert. Was nicht funktioniert: nichts entscheiden und bei jedem Supermarktbesuch improvisieren.
  • Möbel und Geräte sind nie automatisch gemeinsam, sie verdienen eine eigene Regel, weiter unten.

Haushaltskasse, alles erfassen oder Rechnungen verteilen: welches System?

Es gibt drei Systeme. WGs mit gemeinsamem Essen fahren am besten mit einer Kasse für den Alltag plus Erfassung für den Rest; WGs ohne gemeinsames Essen können alles erfassen und sich die Kasse sparen.

1. Die Haushaltskasse. Alle zahlen monatlich einen festen Betrag ein, und die Kasse deckt die alltäglichen gemeinsamen Ausgaben. Planbar und im Alltag reibungslos, derselbe Mechanismus wie eine gemeinsame Urlaubskasse mit Freunden. Ihre Grenzen: unregelmäßige oder ungleiche Ausgaben kann sie schlecht, und jemand muss die Kasse führen.

2. Alles erfassen. Jede gemeinsame Ausgabe wird unter der Person festgehalten, die gezahlt hat, und der Saldo berechnet sich live, genau das leistet die automatische Verwaltung von Gruppenausgaben. Die einzige Anforderung: der Reflex, die Ausgabe noch am selben Tag einzutragen. Das dauert weniger lang, als je darüber zu diskutieren.

3. Rechnungen verteilen. Du nimmst das Internet, ich nehme den Strom. Klingt elegant einfach und driftet innerhalb weniger Monate auseinander: Die Beträge waren nie gleich, sie ändern sich mit den Jahreszeiten, und niemand merkt, wer stillschweigend zum Sponsor der Wohnung geworden ist.

Das ehrliche Fazit: Rechnungen verteilen ist das System, das man wählt, um einem Gespräch auszuweichen, und es verschiebt das Gespräch mit Zinsen. Nehmt die Kasse, die Erfassung, oder beides.

Wem gehört das Sofa, wenn jemand auszieht?

Der Person, die es bezahlt hat, außer der Kauf wurde im Moment des Kaufs als gemeinsam festgehalten. Diese eine Regel verhindert den bittersten Streit, den eine WG haben kann.

Ein 600-€-Sofa, „für die Wohnung” gekauft, ist entweder das Eigentum einer Person, das im Wohnzimmer steht, oder ein gemeinsamer Kauf, an dem alle einen Anteil haben. Beides ist in Ordnung; giftig ist nur, es nicht zu wissen. Also: Jede größere Anschaffung wird beim Kauf festgehalten, mit Betrag und Zahler, wie jede andere gemeinsame Ausgabe.

Zieht später jemand aus, hat ein erfasster gemeinsamer Kauf drei saubere Ausgänge: Die ausziehende Person nimmt das Stück mit und erstattet den anderen ihre Anteile, die WG kauft ihren Anteil zu einem vereinbarten Wert zurück, oder das Stück wird verkauft und der Erlös geteilt. Ein nicht erfasster Kauf hat keinen, nur eine Verhandlung aus dem Gedächtnis, Jahre später, zwischen Leuten, die nicht mehr zusammenwohnen.

Es gibt noch einen zweiten Grund, große Anschaffungen aufzuschreiben: Wer die großen Beträge vorstreckt, wird nach und nach zum Bankier der Gruppe, eine Dynamik, die wir in unserem Artikel über die, die am Ende immer zahlen gemessen haben. Die Ausgabe zu erfassen ist das, was verhindert, dass aus „ich habe das Sofa gekauft” stillschweigend „alle schulden mir Geld” wird.

Was ist mit Ein- und Auszügen mitten im Monat?

Anteilig nach Tagen rechnen, und der komplette Saldo wird vor der Schlüsselübergabe beglichen.

Miete und Fixkosten werden nach Anwesenheitstagen geteilt: Wer am 10. auszieht, zahlt ein Drittel des Monats, nicht einen vollen Anteil und nicht nichts. Der Saldo der ausziehenden Person wird vor dem Auszug beglichen, niemals „wenn sich alles beruhigt hat”: Schulden zwischen aktuellen Mitbewohnern sind Buchhaltung, Schulden mit jemandem, der ausgezogen ist, sind eine unangenehme Nachricht, die niemand abschickt. Seit der EU-Verordnung 2024/886 über Echtzeitüberweisungen müssen Banken im Euroraum Echtzeitüberweisungen ohne Aufpreis anbieten: Diesen Saldo zu begleichen dauert Sekunden. Und wer neu einzieht, startet bei null: Man erbt die Regeln, nicht die Schulden.

Vier Mitbewohner teilen sich eine Wohnung. Diesen Monat hat Lena die Internetrechnung (80 €) und 120 € gemeinsamen Einkauf bezahlt. Wie viel schuldet ihr jede der drei anderen Personen?

Fangt am Tag der Schlüsselübergabe an zu rechnen

Am Ende sind es drei Gewohnheiten: Die Regeln werden in der ersten Woche laut ausgesprochen, jede gemeinsame Ausgabe wird noch am selben Tag unter dem Zahler erfasst, und einmal im Monat gehen alle zurück auf null.

Banana Split ist kostenlos und übernimmt das Rechnen: Erstellt eine Gruppe für die Wohnung, tragt Ausgaben in Sekunden ein, und alle sehen live, wer wem was schuldet, ohne Tabelle und ohne Kassenwart. Ladet die App herunter und erstellt eure WG-Gruppe am Tag der Schlüsselübergabe, das günstigste Möbelstück, das ihr dieses Jahr anschafft.